Der Aether, auch Quintessenz genannt, ist eine übernatürliche Kraft die uns umgibt und durchfließt. Sein Ursprung ist ungewiss. Aethersensitive Geschöpfe können wundersame Dinge bewirken und ihre Umgebung auf übernatürliche Art und Weise beeinflussen. Dabei variiert der Umgang mit diesen Kräften sehr stark, in Abhängigkeit vom Habitus des Anwenders. Das Wenige, was wir über den Äether wissen, wird je nach Kultur und Lebensart völlig unterschiedlich interpretiert und angewandt. In der Praxis sehr weit verbreitet ist die Anwendung so genannter Aetherformeln, um den Aether zu manipulieren, zu kontrollieren und zu beherrschen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich übernatürliche Kräfte mit Aetherformeln zunutze zu machen. Z. B. Zaubersprüche, Gebete oder Gesänge.

Um eine Aetherformel zu erlernen, muss man die nötigen Erfahrungspunkte ausgeben. Aetherformeln sollten möglichst laut und deutlich ausgesprochen und durch entsprechende körperliche Gesten in Szene gesetzt werden. Der genaue Wortlaut einer Aetherformel sollte zum Konzept und zur Persönlichkeit der gespielten Rolle passen, um von den Mitspielern glaubhaft wargenommen zu werden, damit diese wiederum die Auswirkungen entsprechend schön ausspielen und inszenieren können. Natürlich kann man einfach fünfundzwanzigmal das gleiche Wort sagen. Das würde aber eher zu einem nerfigen Kobold passen, als zu einem gebildeten Gildenmagier, dessen Kommilitonen sicherlich die Nase rümpfen werden, wenn er sich derart profaner Mittel bedient. Nachdem eine Formel ausgesprochen wurde, sollte man noch einmal aus der Spielerphase heraus den Namen der Aetherformel rufen, so wie er im Buch der Regeln geschrieben steht, damit auch wirklich jeder versteht, welche Aetherformel gerade gewirkt wurde. Ausnahmen können gemacht werden, wenn aus der Spielsituation wirklich eindeutig hervor geht, welche Aetherformel soeben gewirkt wurde. Der Anwender ist nach dem Aussprechen einer Aetherformel derart erschöpft, dass er eine Zeitlang keine weiteren übernatürlichen Kräfte wirken kann. Verspricht man sich oder wird die Formel zu undeutlich ausgesprochen, dann funktioniert sie auch nicht. Man muss die Erschöpfung nach einer misslungenen Formel aber trotzdem ausspielen. Es gibt die Möglichkeit, durch das Talent “Aether-Evolution”, die Erschöpfung nach einer angewandten Spruchformel zu reduzieren. Mit dem Ritual “Meditation der Aether-Askese” ist man sogar in der Lage, mit nur einem Wort übernatürliche Kräfte zu wirken.

 Formel-Stufe Länge der Formel Erschöpfung nach Formel Kosten
Stufe 1 5 Worte 5 Minuten 20 EP
Stufe 2 10 Worte 10 Minuten 40 EP
Stufe 3 15 Worte 15 Minuten 60 EP
Stufe 4 20 Worte 20 Minuten 80 EP
Stufe 5 25 Worte 25 Minuten 100 EP

EBENEN DES AETHERS

"Ebenen des Aethers" ist ein einfacher Text zum ausformulieren von Aetherformeln. Man kann sich diesen Text sehr leicht merken, weil die Worte mit nur wenigen Veränderungen für jede weitere Stufe einfach wiederholt werden. Deshalb wird er auch sehr gerne von Anfängern oder autodidaktischen Magieanwendern verwendet. Man sollte diese einfache Spruchformel mit entsprechenden Gesten, Katas oder anderen, charakterspezifischen Bewegungsabläufen ausschmücken. Um eine Aetherformel mit dieser Methode zu wirken, wiederholt man den Text stufenweise, bis man die nötige Anzahl an Wörtern erreicht hat, um die gewünschte Aetherformel zu entfesseln.

  • Stufe 1: „Erste Ebene des Aethers geöffnet.“
  • Stufe 2: „Zweite Ebene des Aethers geöffnet.“
  • Stufe 3: „Dritte Ebene des Aethers geöffnet.“
  • Stufe 4: „Vierte Ebene des Aethers geöffnet.“
  • Stufe 5: „Fünfte Ebene des Aethers geöffnet.“

Die Aetherformeln können auch je nach Charakterkonzept angepasst werden.

  • Beispiel Dämon: „Erstes Tor zur Unterwelt geöffnet! Zweites Tor ...“
  • Beispiel Prister: „Erste Pforte zur Erlösung geöffnet! Zweite Pforte ...“
  • Beispiel Druide: „Ersten Pfad der Geister betreten! Zweiten Pfad...“
  • Beispiel Nekromant: „Erstes Schloß zum Jenseits geöffnet! Zweites Schloß ...“
  • Beispiel Heiler: „Erster Weg ins Jenseits geschlossen! Zweiter Weg ...“
  • Beispiel Schwarzmagier: „Erstes Siegel der Schatten gebrochen! Zweites Siegel ...“

UNENDLICHKEIT

Unendlichkeit ist ein Gedicht von Aszrael Ignatius zu Falkenstein, Hofmagier des Grafen Theodor zu Wolfsbühl, Kurator der Künstlergilde von Eskalon

Mein Wille entfacht gewaltige Macht
Kosmische Kraft, die alles erschafft
Mächte der Acht, diesseits erwacht
Befreit von Raum und Zeit
Herrscht nur noch die Unendlichkeit

Um eine Aetherformel mit diesem Gedicht zu wirken, spricht man die Verse stufenweise, bis man die nötige Anzahl an Wörtern erreicht hat, um die gewünschte Aetherformel zu entfesseln.

DAS ATHERON-ALPHABET

Die Novizen der mythandrianischen Magiergilde lernen schon sehr früh das Atheron-Alphabet auswendig. Mit diesen uralten Runen der Menedat können sie im Unterricht nicht nur gemeinsam Aetherformeln aussprechen, sondern auch flächendeckend, mit einer einzigen Formel, alle Aetherformeln einer bestimmten Stufe wirken, nachdem sie diese erlernt haben. Erst später beginnen viele Novizen damit, eigene und persönliche Formeln zu entwickeln, um den Aether noch effizienter zu manipulieren und bessere Effekte zu erzielen. Auch der Konvent des Pantheon und der schwarze Kult verwenden gelegentlich das "Atheron-Gebet", um die Kräfte ihrer Götter und Dämonen herauf zu beschwören. In der Methodologie findet das Atheron-Alphabet ebenfalls häufig Verwendung, z. B. bei ritualisierten Aetherformeln und Zeremonien.

Das Atheron-Alphabet besteht aus 30 Runen, welche in sechs Stufen zu jeweils fünf Runen unterteilt werden. Um eine Aetherformel zu wirken, spricht man nun einfach die Namen der einzelnen Runen nacheinander und stufenweise aus, bis man die nötige Anzahl an Wörtern erreicht hat, um die Aetherformel zu wirken. Leider gerieten die Namen der letzten fünf Runen (Stufe 6) des Atheron-Alphabets über die Jahrhunderte in Vergessenheit und wurden nicht bis in unsere Zeit überliefert. Einige Gelehrte vermuten, dass mit diesen verschollenen Runennamen sehr starke Aetherformeln ausformuliert werden können. Vielleicht haben ja die Menedat, die sagenhaften ersten Menschen Mythandrias, die Überlieferung dieser letzten fünf Namen mit Absicht sabotiert, um einen Missbrauch solcher mächtigen Aetherformeln zu verhindern. Vielleicht sind es aber auch nichts weiter als vergessene Namen: Schall und Rauch.

Rune = Name der Rune = Bedeutung


Stufe 1 (AÞryl [aθril] = Elemente)
A = Atheron [ateron] = Aether
Þ = Þina [θina] = Luft
R = Rachnon [rachnon] = Feuer
Y = Yysara  [isara] = Erde
L = Lima [lima] = Wasser
 
Stufe 2 (Xæguŋ [ksägung] = Ort)
X = Xenum [ksenum] = Norden
Æ = Æsterum [ästerum] = Osten
G = Gulderon [gulderon] = Zentrum
U = Uthra [utra] = Westen
Ŋ = Ŋaruth [niarut] = Süden

Stufe 3 (Qinth [kwint] = Zeit)
Q =  Quenia [kwenia] = Vergangenheit
I = Imori [imori] = Leben
N = Nimro [nimro] = Gegenwart
T = Tiras [tiras] = Zukunft
H = Hori [hori] = Tod

Stufe 4  (czomb [tschomp] = Körper)
C = Churon [kuron] = Fleisch
Z = Zenobis [zenobis] = Knochen
O = Orat [orat] = Galle
M = Morio [morio] = Schleim
B = Boronis [boronis] = Blut

Stufe 5  (Pfeks [pfeks]= Sinne)
P = Pedricus [pedrikus] = sehen
F = Fenite [fenite] = hören
E = Eleria [eleria] = riechen
K = Kerites [kerites] = schmecken
S = Sendite [sendite] = fühlen

Stufe 6 (Vwødj [vwödsch] = Bedeutung unbekannt)
V = Alter Name der Rune unbekannt = Bedeutung unbekannt
W = Alter Name der Rune unbekannt = Bedeutung unbekannt
Ø = Alter Name der Rune unbekannt = Bedeutung unbekannt
D = Alter Name der Rune unbekannt = Bedeutung unbekannt
J = Alter Name der Rune unbekannt = Bedeutung unbekannt

DAS LIED VON ASTARIA

Dieses uralte, einstrophige Wiegenlied der Traumlinge wird auch oft zur Formulierung von Aetherformeln verwendet. Die ursprüngliche Melodie ging leider über die Jahrhunderte verloren, so dass es heute zahlreiche unterschiedliche Varianten davon gibt, besonders bei den Elfen. Oftmals wird dieses Lied auch ohne Melodie, in Gedichtform, vorgetragen.

Um eine Aetherformelmit mit dem Lied von Astaria zu wirken, singt oder spricht man einfach die einzelnen Verse nacheinander aus, bis man die nötige Anzahl an Wörtern erreicht hat, um die gewünschte Aetherformel zu entfesseln.

Vers 1: „Astaria belath, Galderon dara Paraquat.“

Vers 2: „Eldaria Florite, nem Resulon Vendite.“

Vers 3: „Jaspis Thirnanigma, Hiras utilis Igna.“

Vers 4: „Komulus oni, lamero wendo Mori.“

Vers 5: „Quarolum Cheruna, Xenum zulux zuma.“